Wichtige Fristen laufen ab: Legionellen und Blei im Trinkwasser

icon20136006002.png(12:10 Uhr) Trinkwasser muss genusstauglich und rein sein, so steht es in der Trinkwasserverordnung. In Bezug auf Blei und Legionellen laufen für Hauseigentümer im November und Dezember 2013 wichtige Fristen ab. Hierauf weist der Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Hagen mit seinen Aufgaben als Gesundheitsamt hin.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Blei können sowohl nach kurzfristiger als auch nach langfristiger Aufnahme entstehen. Akute Bleivergiftungen treten nur noch sehr selten auf, bedeutsamer sind heute chronische gesundheitsschädigende Auswirkungen, die durch erhöhte Langzeitaufnahme verursacht werden. Hierzu zählen z.B. Nierenfunktionsstörungen und Beeinträchtigungen des blutbildenden Systems. Besonders empfindlich gegenüber Blei ist das Nervensystem. Zu den Risikogruppen für Blei gehören insbesondere Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere sowie Personen mit Eisen-, Kalzium-, Zink- und Phosphatmangel.

Bleirohre wurden in Nordrhein-Westfalen häufig in älteren Häusern vor 1973 verlegt. Aus den Bleirohren kann sich Blei – insbesondere dann, wenn das Wasser über mehrere Stunden in der Leitung gestanden hat – herauslösen und in das Trinkwasser übergehen. Bleirohre sind sehr langlebig und noch immer in alten Gebäuden vorzufinden. Aus diesem Grund werden die Inhaber von Hausinstallationen nach der Trinkwasserverordnung erstmals dazu verpflichtet, die betroffenen Verbraucher zu informieren, wenn noch Bleileitungen in der Hausinstallation vorhanden sind. Die Informationspflicht gilt ab dem 1. Dezember 2013. Dabei ist der Grenzwert für Blei zurzeit 0,025 Milligramm pro Liter und wird am 1. Dezember 2013 auf 0,01 Milligramm pro Liter verschärft. Das entspricht dann 10 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser. Dieser Wert kann faktisch nur eingehalten werden, wenn keine Bleirohre mehr im Wasserversorgungssystem vorhanden sind.

Legionellen können sich in technisch mangelhaften oder schlecht gewarteten Warmwassersystemen vermehren. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes erkranken jährlich 32.000 Menschen an einer Legionellose, einer schweren Lungenentzündung. Die Infektion erfolgt durch die Inhalation von feinen Wassertröpfchen, vor allem beim Duschen. Verfügt ein Mehrfamilienhaus über eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung, muss der Hauseigentümer bzw. der Hausverwalter bis zum 31. Dezember 2013 das Warmwasser auf Legionellen untersucht haben. Die Untersuchungsstellen für Trinkwasser hat das Land NRW im Internet unter http://www.lanuv.nrw.de/analytik/trinkw_rv/tw_ustellen.htm veröffentlicht. Wird der so genannte technische Maßnahmenwert in einer Probe überschritten, muss dies dem Gesundheitsamt unverzüglich angezeigt, die Anlage technisch überprüft und alles genauestens dokumentiert werden. Das Gesundheitsamt ist berechtigt, alle Unterlagen einzusehen, um festzustellen, ob der Verantwortliche seinen Verpflichtungen nachgekommen ist. „Bisher sind nur wenige Vermieter an uns herangetreten“,  berichtet Gesundheitsingenieur Karlheinz Böhm, Städtischer Leiter der Abteilung Medizinisch-technisches Gesundheitswesen / Hygiene, (Tel: 02331/207-3658). „Bei Überschreitungen des Maßnahmenwertes hat der Vermieter eine besondere Verantwortung. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Meldepflicht.“ Weitere Informationen im Internet beim Landesumweltamt unter http://www.lanuv.nrw.de/wasser/versorger/trinkwasser.htm

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