Musik aus der West-Sahara – Weltmusik-Star Mariem Hassan im AllerWeltHaus

Mariem Hassan (Foto: AllerWeltHaus)
Mariem Hassan (Foto: AllerWeltHaus)

(12:00 Uhr) Die charismatische Sängerin und Musikerin Mariem Hassan hat den Haul, die traditionel-le Musik Westsaharas, behutsam modernisiert. Mit ihrem dritten Solo-Album „El Aaiún Egdat“ erreichte sie im Sommer 2012  für zwei Monate die Spitze der europäischen Weltmusik-Charts.
Mariem Hassan ist die Stimme der Westsahara und des sahrauischen Volkes, das seit fast vier Jahrzehnten im Exil lebt. Sie wurde 1958 in eine Nomadenfamilie in der Westsahara geboren, als das Land noch unter spanischer Besatzung stand.
Mariems Lieder erzählen Geschichten vom Alltag im Exil, von den Widersprüchen zwi-schen Tradition und Modernität, von der Identität ihres Volkes und der Sehnsucht nach ihrer Heimat.
Sie singt ihre Lieder in Hassania, einem arabischen Dialekt, der ebenso wie die traditionelle Musik, der Haul, in den weiten Ebenen der Westsahara verwurzelt ist. Harmonisch verweben sich darin Anklänge aus Blues und Jazz und, seit kurzem, auch Anflüge von Hoffnung, ausgelöst durch den „Arabischen Frühling“.

Als Kind sang sie bei Festen und Versammlungen, und es dauerte nicht lange, bis sie auch die Lieder der Unabhängigkeitsbewegung Frente Polisario sang. Nach dem Tod von Diktator Franco zog sich Spanien 1976 aus der Westsahara zurück, doch unmittelbar darauf besetzte Marokko (und vorübergehend Mauretanien) die Westsahara.
Die meisten Nomaden aus der Westsahara flohen vor den blutigen Kämpfen nach Algerien, auch Mariems Familie. Wie Hunderttausende anderer Flüchtlinge lebt sie heute in Smara, einer der vier riesigen Zeltstädte, die komplett auf internationale Unterstützung angewiesen sind.
Die sahrauischen Frauen sind die Stütze dieser Flüchtlingslager. Sie organisieren das Zusammenleben, erziehen die Kinder, pflegen die traditionelle Kultur und versuchen, auch unter unwürdigen Bedingungen einen Rest von Würde zu bewahren. Dazu gehört auch, dass in jedem Flüchtlingslager mehrere Musikgruppen arbeiten, denn Musik und Poesie sind die Identitätszeichen des vertriebenen sahrauischen Volkes und wurden im Laufe der Jahre zu einer kulturellen Waffe gegen die Unterdrückung.

Ihre Lieder haben in diesen Jahren die dramatische Geschichte ihres Volkes begleitet, das Besatzung, Flucht und Vertreibung und eine elende Existenz in Zeltstädten erleben musste – ein Drama, das die Weltöffentlichkeit kaum zur Kenntnis nimmt.  Der Eintritt ist frei, Spenden für den Erhalt der Klangkosmos-Reihe sind willkommen.  In Kooperation mit der Zukunftswerkstatt Klangkosmos und dem Kulturbüro der Stadt Hagen

Musik:    Mariem Hassan – Gesang
Vadiya Mint El Nanevi – Gesang, Percussion
Luis Gimenez – Gitarre
Gabriel Flores – Flöten/Saxophon

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