Hagener Wirtschaftsbetrieb gestaltet Energiewende aktiv mit

(15:02 Uhr) Hagen/Westf. – Auf dem großen Hof der Wirtschaftsbetriebe Hagen (WBH) an der Eilper Straße hält noch in diesem Jahr die Energiewende Einzug – und  zwar in Form einer Hackschnitzelheizung. Die Anlage der Firma Polzenith soll erstmals zum kommenden Herbst dafür sorgen, dass es in den Büros der Mitarbeiter warm ist und in den Waschräumen heißes Wasser fließt – und das wesentlich günstiger als bisher.  „Die ersten Überlegungen in diese Richtung haben wir bereits 2011 angestellt, als der Wirtschaftsbetrieb das Grundstück hier übernommen hat. Jahr für Jahr fallen bei uns etwa drei- bis viertausend Schüttraummeter Hackschnitzel an“, erläutert Projektleiter Michael Greive die ökologisch und ökonomisch sinnvolle Investition. Denn der Wirtschaftsbetrieb ist nicht nur für die Sicherheit in den Wäldern rund um Hagen zuständig, sondern muss auch die zahlreichen Straßenbäume auf dem städtischen Grund und Boden pflegen. „Das bedeutet, dass uns der Rohstoff für diesen „Allesbrenner“, der auch mit etwas größeren und feuchten Holzschnitzeln beschickt werden kann, niemals ausgehen wird“, so Greive. Ganz im Gegenteil: Mit dem in Hagen anfallenden Holzabfällen könnten eigentlich zwei derartige Anlagen betrieben werden. Bislang musste die Stadt dafür Jahr für Jahr tief in die Tasche greifen und an die 100.000 Euro für die Gasheizung des Wirtschaftsbetriebs ausgeben. Dass sich die neue Investition lohnt, rechnet  Michael Greive vor: Durch den Verkauf eines Schüttraummeters für 8 Euro, nahm der WBH in der Vergangenheit etwa 20.000 Euro jährlich ein. Obwohl diese Einnahmequelle aufgrund der Eigennutzung zukünftig entfällt, werden die Ausgaben für die Gaskosten und somit jährlich etwa 80.000 Euro an Heizkosten gespart. „Das dürfte eine Investition von rund 1,3 Millionen Euro durchaus rechtfertigen“, sagt Michael Greive. Zumal in den Kosten auch eine zusätzliche Fahrzeughalle enthalten ist, in welcher unter anderem die Fahrzeuge und Maschinen untergebracht und gewartet werden, mit denen die WBH-Mitarbeiter das Holz gewinnen, das anschließend nebenan in der neuen Heizungsanlage verbrannt wird. Dass beim Verbrennungsprozess schon jetzt auf zukünftig noch strengere Umweltrichtlinien geachtet wird, ist selbstverständlich. Der Reingasstaubgehalt, der aus dem 25 Meter hohen Kamin in die Eilper Luft abgegeben wird, liegt bei weniger als 20 mg/m3. Die Ausschreibung für den erforderlichen Tiefbau ist bereits erfolgt, noch im Sommer sollen die Bauarbeiten für die Halle und den Anschluss an die bestehende Heizungsanlage beginnen. In den Bürogebäuden selbst werden die Handwerker aber keinen Lärm und Schmutz verursachen. „Wir können das gesamte System der alten Heizungsanlage nutzen. Sie bleibt unangetastet und könnte im Notfall wieder hochgefahren werden. Dank des Heizungspuffers in der neuen Halle haben wir dafür dann ein bis zwei Tage Zeit“, erläutert Greive. Ein weiterer Standort für einen zweiten Verbrennungscontainer auf dem Hof des WBH wird in Betracht gezogen. „Wer weiß, vielleicht werden wir ja auch eines Tages die nahe Stadthalle günstig und umweltfreundlich beheizen können“, berichtet Michael Greive mit Blick in eine Zukunft, in der regenerative Energie eine immer größere Rolle spielen wird.

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