Inklusion gestalten – Wie kann ein guter Weg aussehen?

Hagen/Westf. (Dietmar Laatsch) – Norbert Killewald, Behinderten-beauftragter des Landes NRW wird am 12. Juni 2013 zu diesem komplexen Thema eine Sicht, die politischen Vorgaben, Versuche der Umsetzung vor sicher sehr viel interessierten Bürgern im Hagener Rathaus referieren und sich dem schon jetzt stattlichen Fragenkatalog stellen. Der Arbeitskreis „Inklusion in die Politik tragen“ hat den Fachmann genau dazu eingeladen. Auch bei dieser Besprechung wurde sehr deutlich aus welch unterschiedlicher Sicht der Begriff Inklusion betrachtet wird. Inklusion ist eine Vorgabe einer UN-Konvention der sich auch Deutschland angeschlossen hat, demzufolge auch an einer Umsetzung politisch und gesellschaftlich gearbeitet werden muss. Inklusion verfolgt dabei den Gedanken allen Menschen die Chancen einzuräumen um letzten Endes ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben zu ermöglichen, unabhängig von ihren Einschränkungen. Gerade im Bereich Schule wird dieser Begriff sehr engagiert, teilweise mit Ängsten beladen, diskutiert. Sollen wirklich alle Behinderten in die Regelschulen und ist das überhaupt im Sinne der Betroffenen? Das ist nur eine der Fragen. Dabei gibt es unterschiedliche Formen von Behinderung, auch das ist sicher dabei zu berücksichtigen. Henrike Beckenbach, Inklusionsbeauftragte beim Schulamt Hagen, machte deutlich, niemand will von jetzt auf gleich alle Förderschulen schließen. Es geht, da waren sich alle Beteiligten einig um einen Prozess der über eine Generation Zeit braucht, bis Inklusion selbstverständlich gelebt wird. Auch der Elternwille ist immer zu berücksichtigen. Jochen Becker, der für das Regionale Bildungsnetzwerk anwesend war, betonte allerdings, auch Förderschulen müssen sich den gesetzlichen Anforderungen stellen. Keine Schule in Hagen kann am Netz bleiben, die an erforderlichen Anmeldezahlen scheitert.
Das Inklusion in KITAS, Kindergärten und Grundschulen teilweise schon erfolgreich gelebt wird, wusste Henrike Beckenbach zu berichten. Integratives Lernen sei so etwas wie eine Vorstufe zur gelebten Inklusion. Bürgermeisterin Brigitte Kramps, Sprecherin des Arbeitskreises, verwahrte sich gegen den Versuch Inklusion madig zu machen, parteipolitisch auszuschlachten. So werde niemand diesem wichtigen Thema ernsthaft gerecht. Auch sie möchte nicht das heute alle Förderschulen einfach so geschlossen werden und die Betroffenen, die Eltern und Lehrer so vor nichtgelöste Probleme gestellt werden. Insgesamt so Klaus Hirschberg, ebenfalls Sprecher des Arbeitskreises und auch zugleich ganz praktisch mit diesem Thema am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg beschäftigt, müssen erst einmal die politischen Rahmenbedingungen gesetzlich festgezurrt werden und die Kommunen dann auch in die Lage versetzt werden das ganze auch finanziell umsetzen zu können. Es gibt zur Zeit weder ein Gesetz noch verlässliche Zahlen. Christian Münch, Integrationsberater der SIHK machte deutlich, wie wichtig es ist  die tatsächlich vorhandenen Qualifikationen aller Menschen verstärkt im Blick zu haben, anstatt immer nur auf Defizite zu sehen.
Hier müssen die Unternehmer insgesamt sicher noch mehr informiert werden, auch wenn es schon erfreuliche Ansätze gibt. Inklusion ist ein Prozess der erst einmal in der gesamten Gesellschaft ankommen muss. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein das alle Menschen resepektvoll miteinander leben und jeder so gefördert wird das er sich auch in die Gesellschaft einbringen kann. Insofern wird die Veranstaltung mit Norbert Killewald am 12. Juni 2013, um 16:30 Uhr im Hagener Rathaus sicher ein mehr an Sicherheit geben. Angst und vorschnelle Urteile sind fast immer ein schlechter Ratgeber.

Ein Kommentar

  1. Inklusion ist super, allerdings darf sie offenbar keine Kosten verursachen – das kann doch nicht funktionieren. Etwa 98 % aller „Lernbehinderten“ haben hausgemachte Lernprobleme und sind nicht „behindert“: Mangelnde Förderung, schlechte Erziehung, mangelnde emotionale Entwicklung, schlechte Hygiene, fehlende Liebe und Führsorge – da ist ein Kind wohl eher durch das Elternhaus lernschwach geworden. Wo keine Bücher sind und nie ein Museum bescuht wird, wird auch das intelligenteste Kind lernschwach. Das will aber kein Politiker wahrhaben und aussprechen. Also müssen diese Kinder eben in eine Regelschule „inkludiert“ werden, auf Teufel komm raus, weil es billiger ist. Es geht hier nicht um die wenigen Körpbehinderten, Sehbehinderten oder Down-Kinder. Natürlich sollen diese Kinder die Möglichkeiten einer Regelschule genießen. Das ist richtig und gut. Aber die ganzen Erziehungsschwierigen und „Lernbehinderten“ sind für die Regelschüler ein Klotz am Bein, welches keiner für sein Kind haben will. Aber das darf man ja nicht laut sagen. Die wenigen wirklich Lernbehinderten können sicher integriert werden, haben diese doch auch oft ein tolles Elternhaus. Aber solange Lernbehinderung zu 98 % ein soziales Problem ist, welches die Politiker nicht sehen, kann Inklusion nicht funktionieren, schon gar nicht mit einem Sonderpädagogen, der nur 2 Stunden in der Woche in der Klasse ist.

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