Qualifizierte Frauen sind für den Arbeitsmarkt unverzichtbar

(17:27 Uhr) Hagen/Westf. (Bundesagentur für Arbeit) Seit dem letzten Jahr gibt es in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis nur leichte Beschäftigungsgewinne, für Männer etwas mehr als für Frauen. „Gesundheits- und Sozialwesen sind überwiegend in Frauenhand. Mädchen starten zwar mit guten Schulabschlüssen ins Berufsleben, beschränken sich aber häufig auf `klassische Frauenberufe´. Nach wie vor sind Berufsrückkehrende, Teilzeitarbeitsuchende und Alleinerziehende zu über 90 Prozent weiblich“, so das Resümee von Regine Bleckmann, der Beauftragten der Agentur für Arbeit
Hagen für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.

Von derzeit rund 164 000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Hagen waren im Juni 2012 genau 43,3 Prozent
Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es zwar insgesamt einen kleinen Beschäftigungszuwachs – dieser ging aber etwas zugunsten der Männer. In NRW und im Bund liegt der Frauenanteil mit 44,4 Prozent bzw. 46 Prozent höher.

Fast zwei Drittel der geringfügig Beschäftigten, den sogenannten Minijobbern, sind Frauen. Für knapp 70 Prozent der insgesamt 47 000 Minijobber ist der 400- bzw. 450-Euro-Job (ab 1.1.13) die einzige Einkommensquelle. In den letzten zwölf Monaten ging die Zahl der Minijobs leicht zurück.

Teilzeit- und Minijobs haben für Frauen besondere Bedeutung, vor allem während Familienphasen. Durch diese relativ flexiblen Arbeitszeitformen lassen sich Berufstätigkeit und familiäre Verpflichtungen gut kombinieren. Verbunden sind damit allerdings auch Einbußen beim Einkommen, bei den Karrierechancen sowie letztlich auch bei der sozialen und Alterssicherung“, so Bleckmann.

Frauenbeschäftigung: hier unterrepräsentiert, dort überdurchschnittlich

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Hagen sind die meisten Menschen im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt. Der Frauenanteil ist dabei sehr unterschiedlich: Im verarbeitenden Gewerbe liegt er bei rund 20 Prozent, dominiert aber mit 80 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen. Trotzdem führt die überdurchschnittliche Dominanz an beschäftigten Männern in der gewerblichen Wirtschaft zu einem insgesamt unterdurchschnittlichen Anteil an beschäftigten Frauen im Agenturbezirk.

Besonders in den Gesundheitsberufen werden bereits dringend Fachkräfte gesucht. Hier gibt es ein hohes weiteres Potenzial für eine Erwerbstätigkeit von Frauen –
sofern die Rahmenbedingungen (wie flexible Kinderbetreuung) stimmen.

Familienorientierte Personalplanung gefragt

In den Unternehmen sind weitere Modelle und Ideen gefragt, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Langfristig denkende Personalverantwortliche haben längst die Zeichen der Zeit erkannt und investieren in familienfreundliche und -bewusste Arbeitsbedingungen. Sie bieten Teilzeitausbildungen an, richten Betriebskindergärten ein oder bieten flexible Arbeitszeitmodelle an. Und doch lassen sich Familie und Arbeit bis heute nicht in allen Berufen und Branchen ausreichend vereinbaren.

Bei den „Top-Five“-Berufswünschen geht es – bis auf die gemeinsame Vorliebe für den Bereich Verkauf – nach wie vor traditionell zu. So wählen Mädchen überwiegend Berufe im Gesundheitswesen und Büro, Jungen favorisieren hingegen den gewerblich technischen Bereich. Bei den höheren Schulabschlüssen haben die Schülerinnen die Nase vorn: Mehr als die Hälfte der Abgänger mit Fachhochschulreife (50,4 Prozent) und allgemeiner Hochschulreife (52,9) sind weiblich.

Datenblatt „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“

Mit einem aktuellen Datenblatt bietet die Agentur für Arbeit Hagen die wesentlichen Eckpunkte des Arbeits- und Ausbildungsmarktes für Frauen in kompakter Form.

Das Datenblatt 2012 „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“
kann unter Tel. 02331 / 202-237 angefordert werden und ist im Internet unter
www.arbeitsagentur.de/hagen mit folgendem Pfad zu finden: Bürgerinnen und Bürger Chancengleichheit.

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