Grüne wollen die Energiewende bürgernah und bezahlbar

Klaus Müller beim Vortrag (Foto: Bündnis90/Die Grünen)
Klaus Müller beim Vortrag (Foto: Bündnis90/Die Grünen)

(19:37 Uhr) Hagen/Westf. Das weite Diskussionsfeld zu Energiewende und Strompreis wurde bei der Veranstaltung der Hagener Grünen aufgemacht. Das Duo aus dem grünen Bundestagskandidaten Frank Steinwender und Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, beantwortete Publikumsfragen von den Ursachen der Strompreissteigerung bis zu persönlichen Anfragen nach Möglichkeiten zum Anbieterwechsel. „Wer behauptet, die Energiewende sei umsonst zu haben, sagt nicht die Wahrheit“,  bekannten Steinwender und Müller übereinstimmend zu Beginn der Veranstaltung. „Wie hoch allerdings die Mehrkosten sind und wer sie tragen muss, das hängt von der politischen Umsetzung ab“, erläuterte Frank Steinwender. „So wurden innerhalb des letzten Jahres sechs mal so viele Unternehmen von der EEG-Umlage befreit wie vorher. Das bedeutet, dass kleine Unternehmen und Privatverbraucher mit 9 Milliarden € zusätzlich belastet werden.“ Zudem sei es nicht hinnehmbar, dass die Privatkunden eine Umlage dafür zahlen müssten, dass Offshore-Windparks noch keinen Strom liefern können. „Das ist so, als wenn Sie für Eier bezahlen müssten, die noch gar nicht gelegt sind“, vereinfachte Klaus Müller. Aus dem Publikum kam dazu der Hinweis, dass ein dezentraler Ausbau der Erneuerbarer Energien als Energiewende in Bürgerhand sinnvoller und kostengünstiger sei. Frank Steinwender verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Belastungen, die gerade in Hagen durch neue Stromtrassen und ein Umspannwerk in Garenfeld auf die Bevölkerung zukommen sollen. „Der sicher notwendige Netzausbau nimmt dann gigantische Ausmaße an, wenn er dazu dienen soll, Strom, der im Norden erzeugt wird durch die ganze Republik zu leiten. Uns wäre es lieber, die Belastungen für die Bevölkerung durch dezentrale Erzeugung zu minimieren.“

In seinem Vortrag stellte Klaus Müller außerdem ein Programm gegen Energiearmut vor, das in Kooperation zwischen Verbraucherzentrale, Landesregierung, Wohlfahrtsverbänden  und Stromanbietern inzwischen in acht Großstädten in NRW läuft. Stromsperren werden ausgesetzt, wenn die Schuldner das Angebot zur Budgetberatung und zum Stromsparcheck wahrnehmen. In 70 % der Fälle konnten damit auch langfristig Stromsperren vermieden werden. Zur Frage des Anbieterwechsels verwies Frank Steinwender auf die Unternehmen, die sich auf eine vollständige Lieferung von Ökostrom verpflichtet haben, gab aber zu bedenken, dass mit der Versorgung durch den heimischen Stromanbieter Enervie der Aspekt von heimischen Arbeitsplätzen und regionaler Wirtschaft verknüpft sei. „Auf jeden Fall gilt, dass die Versorgung mit Ökostrom vom heimischen Versorger oder von seriösen und bekannten Anbietern der bessere und nicht unbedingt teurere Weg ist, als sich auf schwarze Schafe mit verlockenden Billigangeboten einzulassen.“

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s