Schneller in Arbeit mit „Inga“ – Projekt wurde auch in Hagen erprobt

icon20136006002.png(20:38 Uhr) (Hagen/Westf.) Die „Interne, ganzheitliche Integrationsberatung“ (Inga) beginnt nach einer längeren Testphase im Mai flächendeckend in allen Agenturen für Arbeit in NRW. Das neue Konzept bietet eine intensivere Betreuung von Kurzzeit-Arbeitslosen mit größerem Unterstützungsbedarf. Die Arbeitsagentur Hagen war eine der NRW-Pilotagenturen.

Der Weg aus der Arbeitslosigkeit verläuft nicht immer glatt und reibungslos. Dies gilt besonders für Menschen, die eine oder mehrere Hürden nehmen müssen, auch wenn sie erst vor kurzer Zeit arbeitslos geworden sind. Dies können gesundheitliche Einschränkungen sein, aber auch fehlende oder veraltete berufliche Qualifikationen oder mangelnde Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Ohne besondere Förderung ist da eine Neubeschäftigung in den nächsten zwölf Monaten kaum zu finden. Hier setzt Inga an: Mit einer besonders intensiven Betreuung sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb eines Jahres dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Die Erfahrungen seit dem Frühjahr 2012 in der Agentur für Arbeit Hagen, die eine der Pilotagenturen für die Inga-Erprobung war, zeigen: Das Konzept geht auf. Mehr als 300 Frauen und Männer haben hier im vergangenen Jahr mit Hilfe von Inga eine neue Beschäftigung gefunden. Seit dem 1. Mai wird das Programm nun flächendeckend in ganz NRW umgesetzt. Dazu wurden 400 Vermittlerinnen und Vermittler speziell geschult. In Hagen allein besteht das Inga-Team aus 14 Fachkräften. Sie betreuen derzeit rund 800 Kunden.

Was macht Inga anders?

Inga setzt auf eine umfassende Beratung, die alle individuellen Bedarfslagen berücksichtigt. Wichtig ist der sogenannte Betreuungsschlüssel: „Ein Inga-Vermittler betreut nur 65 Personen. Dadurch hat er wesentlich mehr Zeit für den Einzelfall“, erläutert Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „So gibt es Angebote, die sonst nicht möglich waren: Begleitung eines Kunden auf Wunsch zu Vorstellungsgesprächen oder bei Behördengängen und

Hilfe bei der Suche nach Beratungsangeboten, zum Beispiel bei der Betreuung von Kindern oder bei Schuldenproblemen. Gruppenangebote mit wenigen Teilnehmern, in denen der Umgang mit dem Computer in einem teameigenen EDV-Schulungsraum erlernt oder das Gesprächsverhalten bei Vorstellungsgesprächen trainiert wird, sowie ein individuelles Bewerbungscoaching ergänzen das umfassende Betreuungsangebot.“ Hinzu kommen maßgeschneiderte Weiterbildungen, um die berufliche Qualifikation des Einzelnen zu erhöhen oder auf den aktuellen Stand zu bringen. Kleine, aber kontinuierliche Schritte und die Vereinbarung von Teilzielen ermöglichen so eine dauerhafte Integration auf dem Arbeitsmarkt. Darüber hinaus endet das Programm nicht mit der Arbeitsaufnahme. Die Inga-Berater begleiten bei Bedarf auch in der ersten Zeit der neuen Erwerbstätigkeit.

Über 400 Vermittlungen erwartet

Inga ist ein weiterer Baustein zur langfristigen Fachkräftesicherung. „Wir setzen gezielt auf langfristige Integrationen und nehmen Personengruppen mit größerem Unterstützungsbedarf in den Blick“, so Helm weiter. „Dieses Fachkräftepotenzial darf angesichts des steigenden Bedarfs und der mittelfristig deutlich sinkenden Zahl von Erwerbspersonen nicht ungenutzt bleiben. Im vergangenen Jahr konnten zum Beispiel viele ehemalige Schlecker-Beschäftigte durch Inga wieder in Arbeit kommen. Unser Ziel für dieses Jahr ist, mit Hilfe von Inga mehr als 400 Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, die sonst wenig Chancen auf eine Vermittlung innerhalb eines Jahres gehabt hätten“.

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