Wetter (Ruhr): Eltern lieferten Ideen zur Zukunft der Grundschulen

ENKreis150(15:24 Uhr) Wetter (Ruhr) – „Wie stellen Sie sich die Grundschullandschaft für ihre Kinder vor?“ Das war die zentrale Frage des „Forums Grundschulentwicklung“, zu der die Stadt Wetter (Ruhr) am Montag Eltern, Erziehungsberechtigte und alle an diesem Thema Interessierte in den Stadtsaal geladen hatte. Das Interesse war groß: Rund 200 Eltern und Schulvertreter waren der Einladung der Stadt gefolgt, um gemeinsam über die Zukunft der Grundschulen in Wetter zu diskutieren. „Sie stehen im Zentrum dieses Abends“ begrüßte Bürgermeister Frank Hasenberg die Anwesenden und bedankte sich zugleich „ganz herzlich für Ihre Bereitschaft zur gemeinsamen Diskussion.“

Hasenberg bezeichnete in seinem Eingangsstatement Bildung als „eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Stadt.“ Wetter bilde und zwar von Anfang an. Damit das auch in Zukunft so bleibe, sei es aber notwendig, sich angesichts rückläufiger Schülerzahlen intensiv mit der Weiterentwicklung aller Grundschulen auseinander zu setzen. Wie dringend der Handlungsbedarf ist, erläuterte Schulfachbereichsleiter Dr. Dietrich Thier: Die Schülerzahlen im Grundschulbereich haben sich vom Schuljahr 1980/81 mit 1.299 Schülerinnen und Schülern zum Schuljahr 2012/13 mit 923 Schülerinnen und Schülern um nahezu 30 Prozent reduziert. Von derzeit 220 Kindern in den Eingangsklassen der Grundschulen sinkt die Zahl weiter auf eine Prognose von rund 180 Schülerinnen und Schülern in fünf Jahren. Eine gleichmäßige Auslastung aller sieben Grundschulstandorte ist daher aktuell nicht mehr gegeben.

EN-Schulamtsleiter Joachim Niewel informierte über die rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa über den von der Landesregierung vorgegebenen Klassenrichtwert und die Mindestgrößen von Eingangsklassen. Dann standen die Eltern im Mittelpunkt: „Dieser Abend hat eine besondere Qualität“, so Dr. Thier. „Wir liefern keine vorgefertigten Konzepte, sondern wollen ihre Wünsche, Pläne, Hoffnungen und Anregungen aufnehmen, auswerten, an das Schulamt weiterleiten und in den politischen Raum transportieren.“

Und dabei kamen eine Menge Ideen zusammen: Zunächst formulierten die Eltern allgemeine Handlungsempfehlungen, die von „Qualität der Schulen“ über „Wohnortnähe“, „Kleine Klassen“, „Inklusive Schule“, „Flexible Betreuungsangebote“, „Erhalt und Sicherung aller Schulstandorte“ bis zum „Sicheren Schulweg“ reichten. Anschließend hatten die Eltern und Schulvertreter die Gelegenheit, ihre Wünsche zu den einzelnen Punkten zu notieren und in Kleingruppen zu diskutieren. Die zahlreichen Anregungen reichten von besserer individueller Förderung durch jahrgangsübergreifende Klassen über den Wunsch nach einem gleichen Bewertungssystem für alle Schulen und einer Forderung nach mehr Lehrkräften mit Migrationsintergrund bis hin zu Schülerlotsen.

Am Ende des Abends dankte Bürgermeister Hasenberg den Teilnehmern für deren intensive Arbeit und die vielen Anregungen: „Ich denke, dass wir diese Ergebnisse dann bereits im Schulausschuss am 13. Juni weiter diskutieren werden.“

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