Hagen blüht nicht für alle auf (Kommentar)

Der Kommentar
Der Kommentar

(TV58.de / HL.) Hagen blüht an diesem Wochenende wieder auf. Symbolisch, weil wettermäßig hat es ja lange genug gedauert. Daran haben gewiss die kommunalen Verantwortlichen keine Schuld. Gut so, denn Debatten über das Wetter können wir uns im Hagener Rat auch nicht noch zu denen leisten, die eh schon die Gemüter anheizen. Scharf überlegt stellt sich die Frage ob sich denn überhaupt die Gemüter in der Stadt erregen. Macht man sich wirklich auf der einen, der kommunalen und Rats-Seite und auf der anderen, der „Bürgerschaft“ Gedanken? Es scheint kaum so. Vielleicht im Mikrokosmos der Hagener Gehirne auf beiden Seiten. Offensichtlich aber nicht im ehrlichen und innovativen Denken der Menschen dieser Stadt und ganz bestimmt nicht im offenen Wort, so jedenfalls erlebt der Beobachter das Hagen der Gegenwart. Alles gut, alles schön, alles muss so sein, bitte nicht nachdenken oder kritisch werden und bitte erst gar nicht unbequem werden. Der Satz „alles ist gut“ kann (psychologisch gesehen) falsch eingesetzt schnell zur Zündschnur einer „Bombe“ egal welcher Art werden.

Am Wochenende startet in der Hagener Innenstadt der traditionelle Auftakt für viele Veranstaltungen, die uns nun endlich wieder annähernd im Zwei-Wochen-Takt erwarten. Gut so, endlich brummt dann hoffentlich die Innenstadt wieder, neben dem brummenden Lärm der Großbaustelle für die Rathaus Galerie. Den, den Lärm, und den Anblick der Baustelle will man offensichtlich den Besuchern der Hagener City ersparen.

Der mittlerweile traditionelle Bauernmarkt in der „oberen Mittelstraße“ wird verlegt. „Das Fest“ beginnt auf der Elberfelder Straße in Höhe „Nordsee“ heißt es. Also alle bitte wieder umkehren, liebe Hagen-Besucher, nicht nach vorne schauen, bitte nur zurück! So könnte es ein Reiseleiter kommentieren. Aufgrund der Baumaßnahmen sei in dem Bereich der Mittelstraße die Veranstaltung nicht möglich heißt es. Immerhin, beim Autosalon im vergangenen Jahr ging es noch; ohne Veränderung der Bauzäune und der sich auf die Straße auswirkenden Baumaßnahmen.

Die zunehmende Zahl der Geschäftsschließungen im Bereich „Obere Mittelstraße“ ist deutlich spürbar und nicht zu übersehen. Der Ruf von Verantwortlichen nach entsprechenden Geschäftskonzepten der dortigen Anlieger klingt wie ein Hohn. Gerade hat eine Apotheke im Bereich Marienstraße / Mittelstraße geschlossen. Die Inhaberin hat die Konsequenzen gezogen und mit einer Apotheke im sogenannten „Stadtfenster“ fusioniert. Sind noch weitere solcher Fusionen möglich. Na klar: DeLu in der Mittelstraße mit „Von Drathen“ auf der Elberfelder Straße, „Salamander“ mit „Rieker“ in der Volme Galerie, „Brödis“ und ein Döner-Laden auf der Mittelstraße mit „Kochlöffel“, „Intertoys“ auf der Mittelstraße mit „Spiele Max“ in der Volme Galerie und vielleicht fusionieren ja auch noch die Juweliere in der Stadt… All diese Gedankenspiele sind absurd aber der kritische Leser mag sich seine Gedanken machen. Die „Zerfledderung“ der Hagener Innenstadt, über die eine liebe Kollegin einer nicht mehr existierenden Hagener Redaktion einst schrieb scheint in vollem Gange.

Das alles hilft aber Hagen nicht weiter. Eben so wenig, wie Blumenampeln bis zur oberen Elberfelder Straße aufzuhängen und die Hagener Mittelstraße (wohlgemerkt Teil der Fußgängerzone) auszulassen. Da wird es auch nichts bringen, sogenannte mobile Blumenkübel vor die Geschäfte in der Mittelstraße zu rollen, wenn der Hagener Event-Auftakt vor der „Nordsee“ in der Elberfelder Straße endet.

Ein innerstädtisches Konzept, das die lange und von vielen Nicht-Hagenern gelobte Ladenstraße mit der Springe und dem Elbersgelände, mit der Museumsinsel und den vielen anderen Highlights der Hagner City verbindet ist hier eher gefordert, als ein von der HAGENagentur in dieser Woche während der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte präsentierteren „Höhenweg“ bzw. Drei-Türme-Weg.

Die HAGENagentur, als mitverantwortlicher Wirtschaftskoordinator dieser Stadt, steht vor wichtigen Aufgaben, die schnellstmöglich realisiert werden müssen. Schönredereien sind nicht das Zeichen der Gegenwart. Wichtige Entscheidungen, wie die, die Mittelstraße bei dieser wichtigen Veranstaltung am Wochende annähernd abzukoppeln, kann sie nicht auf andere Verantwortliche abschieben. Dafür ist die Lage dieser Stadt und auch die der Kaufleute in der Innenstadt zu ernst. Vielleicht findet sich bis zu diesem Wochenende ja noch eine positive Lösung. Aber die schnellen Lösungen weiterer Fragen in der Hagener Innenstadt fordern die Wirtschafts- und Touristikexperten dieser Stadt. Punktgenau die Probleme zu erkennen und demnach zu handeln ist hier bestimmt eher eine Priorität als über Wanderwege nachzudenken.

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