DGB-Hagen: 80 Jahre Ehrenbürgerschaft Hindenburgs – viel zu lange!

DGBIm April 2013  jährt sich die Ehrenbürgerschaft von Paul von Hindenburg zum 80. Mal. Ein Jubiläum, das Gewerkschaften und andere Gruppen und Initiativen eigentlich nicht erleben wollten. 1933 begründete der damalige NSDAP-Stadtverordnete Vetter den Antrag auf die Verleihung der Ehrenbürgerschaft unter anderem mit den Worten: „Aus Dankbarkeit und Ehrfurcht (…) gegen den Generalfeldmarschall, der der jungen Freiheitsbewegung die Hand reichte und den Führer berief, um das Volk aus der Not zu führen, stellen wir diesen Antrag.“ Für den DGB in Hagen ein deutliches Zeichen für die engen Verbindungen zwischen Hindenburg und den Nationalsozialisten, die nach 1933 für Elend; Mord und Schrecken in der Welt verantwortlich waren. Der örtliche DGB-Chef Jochen Marquardt: „Seit langem fordern wir die Verantwortlichen der Stadt auf diese Ehrenbürgerschaft öffentlich aufzuheben und damit eine klare Abkehr zu beschließen. Wenn sich in diesem Jahr unter anderem die Überfälle auf die Gewerkschaftshäuser am 2.Mai gleichzeitig zum 80. Mal jähren, ist das für uns ein besonderer Termin und wir haben kein Verständnis dafür, dass die Hagener Ratsfraktionen dies zulassen.“

Hindenburg, so der DGB, hat sich nicht zuletzt als Steigbügelhalter des Faschismus in die Geschichte eingetragen. Immer noch ist die höchste Auszeichnung der Stadt mit ihm verbunden. Für Demokraten, selbst bei unterschiedlichen Einschätzungen zu vielen politischen und gesellschaftlichen Fragen, ein unerträglicher Zustand. Marquardt: „Wir werden nicht nachlassen die Politik zu fordern und erwarten endlich Handlungen statt allen möglichen formalen oder anderen Abstimmungsmodalitäten das Wort zu reden.“

Ein Gedanke zu „DGB-Hagen: 80 Jahre Ehrenbürgerschaft Hindenburgs – viel zu lange!“

  1. „…Steigbügelhalter des Faschismus…“
    Kraft seines Amtes musste er das ja sein. Koennen die angepassten Heuchler des DGB jemanden benennen, der Hitlers Massnahmen voraussagen konnte und seine Wahl haette verhindern koennen? Die sassen wohl eher im Fluegel der SPD.
    Hindenburg war ein aufrichtiger und ehrenhafter Staatsmann, fiel aber den Umstaenden genauso zum Opfer wie viele andere in dieser Zeit der grossen Wandlungen.
    Sicher finden sich noch eine paar alte Maertyrer, deren einziges Verdienst es war irgend eine NS-Graeueltat nicht ueberlebt zu haben und denen man dann diverse Stadtschluessel, Ehrenbuergerschaften und Strassenbenennungen uebertragen kann.
    Was versprechen sich die Verantwortlichen von diesen ewigen Demutsritualen? Funktionskompetenz waere in Deutschland jetzt das geschaetztere Talent!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s