Equal Pay Day – Podiumsdiskussion mit Birgit Sippel

„Frauen in Führungspositionen. Quote? – Das schaffen wir doch alleine oder nicht?“, war das Motto einer Podiumsdiskussion anlässlich des Equal Pay Day, zu der das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Märkische Region und die Arbeitsgemeinschaften sozialdemokratischer Frauen (AsF) Hagen und Märkischer Kreis am 21. März 2013 geladen hatten.
Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Birgit Sippel, MdEP, den aktuellen Stand der Quotendebatte in Europa und Deutschland und die Position der EU-Justizkommissarin Vivane Reding Pro Frauenquote. „Die neuerdings von der Europäischen Kommission verabschiedete Quote gilt nur für börsennotierte Unternehmen und dort nur für die Aufsichtsräte, nicht jedoch die Vorstände. Außerdem gibt es keine wirkungsvollen Sanktionsmöglichkeiten“, kritisiert Birgit Sippel.
Noch immer hat sich der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen nicht wirklich zum Guten entwickelt: auch 2013 verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt etwa 22% Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, informierte das Statistische Bundesamt in dieser Woche, pünktlich zum „Equal Pay Day“. „Noch gravierender fällt der Abstand bei Akademikerinnen aus“, so Bettina Schneider vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf Märkische Region. „Hier liegt die Lohnlücke laut Destatis bei 28%, bei Frauen in Führungspositionen gar bei 30%.“
Um die Gründe der Entgeltungleichheit, Chancen und Grenzen der viel diskutierten Frauenquote und Perspektiven für weibliche Karriere- und Laufbahnplanung zu diskutieren, folgten der Einladung in die Kreishandwerkerschaft Hagen zahlreiche interessierte Frauen aus Hagen und Umgebung.
Frau Prof. Dr. Marlene Wilz vom Institut für Soziologie an der Fernuni Hagen, sprach sich als weitere Podiumsteilnehmerin für eine gesetzliche Quotenregelung aus. „Man braucht die Quote in der Spitze, damit es genügend Druck gibt, die Veränderung in der Breite voranzutreiben“, betonte sie.
„Wir wollen mit unserer Veranstaltung die Auseinandersetzung um das Thema Lohn- und Chancengleichheit stärken“, so die AsF-Vorsitzende aus Hagen, Birgit Buchholz, und in der Region eine Diskussion darüber anstoßen, warum Frauen nach wie vor rund ein Viertel weniger verdienen als Männer“. Und Ihre Kollegin aus dem Märkischen Kreis, Katja Kirmizikan, fügt hinzu: „Solange sich jedoch an der Rollenverteilung auch im privaten Bereich nichts ändert, werden wir auf gesellschaftlicher Ebene keine bahnbrechenden Veränderungen bewirken. Die gelingt nur im Schulterschluss zwischen Männern und Frauen.“

Weitere Informationen:
Kompetenzzentrum Frau & Beruf Märkische Region.
Ansprechpartnerin Kompetenzzentrum:
Bettina Schneider
02331 / 800340
competentia.schneider@agenturmark.de

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