Grüne im Bundestag wollen Delfinhaltung in Deutschland verbieten

icon20136006002.pngDie Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen mit Renate Künast und Jürgen Trittin stellten am Mittwoch im Deutschen Bundestag den Antrag, die Haltung von Delfinen in Deutschland zu beenden. Von ursprünglich neun Delfinarien in Deutschland sind gerade mal zwei im Duisburger Zoo und Tiergarten Nürnberg verblieben.
Zuletzt wurde Anfang Februar das Delfinarium im Allwetterzoo Münster geschlossen.
Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hatte in den „maroden Hallen“ in Münster Mängel bei den Lichtverhältnissen und dem Luftaustausch aufgedeckt, deren Behebung mit einem Umbau von 20 Millionen Euro verbunden gewesen wäre, die der Zoo nach eigenen Angaben nicht hatte.
Der Bundestagsantrag der Grünen soll auch Druck auf das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ausüben, das seit mehr als zwei Jahren mit der Überarbeitung des Säugetiergutachtens befasst ist, welches die Rechtsgrundlage für die Delfinhaltung darstellt. Der Antrag stützt sich auf eine wissenschaftliche Stellungnahme von Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum, die das WDSF in Auftrag gegeben hatte. Demnach sei eine artgerecht Haltung der intelligenten Meeressäuger nur möglich, wenn die Becken wenigstens eine Bahnenlänge von 850 bis 900 Metern aufweisen würden, um den Delfinen zu ermöglichen, wenigstens eine Minute geradeaus schwimmen zu können. Keines der beiden verbleibenden Delfinarien erfülle diese wissenschaftlich dargestellte Voraussetzung.
Die Grünen sehen einen Verstoß der Zoo-Delfinarien gegen das Tierschutzgesetz, das vermeidbare Leiden, Schmerzen und Schäden von Tieren verbietet. Demnach soll auch die weitere Einfuhr von Delfinen ebenso verboten werden, um sicher zu stellen, „dass nicht weitere Tiere in eine nicht artgerechte Haltung gelangen“. Die Schweiz hatte im letzten Jahr mit dieser Argumentation ein Delfin-Einfuhrverbot beschlossen. Ebenso wurden in England sämtliche 30 Delfinarien geschlossen.
WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Der Bundestagsantrag geht in die richtige Richtung. Wir hoffen, dass parteiübergreifend die Mehrheitsparteien von CDU/CSU und FDP im Bundestag diesem Antrag zustimmen. Alles andere wäre eine Zustimmung zur Tierquälerei.“

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