„Zwergenwelten“ im Stadtmuseum Hagen

Zwergenwelten01_copyright Michael Kaub
(Foto: M. Kaub)

Neben Zwergen werden hier auch zahlreiche andere Fabelwesen vorgestellt. Feen, Elfen und Nixen sind ebenso vertreten wie der Hauself Dobby aus „Harry Potter“ oder Gulliver, der im Zwergenstaat „Liliput“ strandet. Aber was hat ein Staubsauger zwischen all den Zwergen zu suchen? Die Antwort ist schnell gegeben, wenn man ihn sich genau anschaut: Denn „Kobold“ heißt dieser hilfreiche Geist, der im Haushalt die Arbeit erleichtert. Er ist nicht das einzige Ausstellungsstück, bei dem ein Zwerg zur Namensgebung beitrug. Neben einem Föhn stößt man auf einen Locher und natürlich zahlreiche Lebensmittel, die auch heute noch die Regale der Supermärkte füllen.

All das ergibt eine vielseitige und interessante Mischung, bei deren Erleben sich Erwachsene in ihre Kindertage zurückversetzt fühlen und Kinder mit viel Spaß und Freude die alte und moderne Märchenwelt entdecken. Zahlreiche Figuren sind es, welche die kleinen Gäste in fremde Zauberwelten entführen. Präsentiert wird alles in liebevoll angerichteten, szenischen Darstellungen. So ist Schneewittchen umgeben von sieben Bergen, Rumpelstilzchens Spinnrad dreht sich in einer Hütte, in der Stroh zu Gold gesponnen werden kann und Feen und Elfen verstecken sich in einem riesigen Blumenmeer.

Die Ausstellungsmacher haben sich besonders auf die Bedürfnisse der Kinder eingestellt und ihnen deswegen eigene Ausstellungseinheiten gewidmet, in denen viel Wert auf aktives Lernen durch Entdecken gelegt wird. So gilt es, in einem Bergwerk auf Edelsteinsuche zu gehen oder mit einem U-Boot die herrliche Unterwasserwelt der Nixen zu erkunden. An anderer Stelle kann man sich in einer Besenkammer verstecken und selbst beobachten, wie die arglistige Schneiderin Erbsen verstreut, um die fleißigen Heinzelmännchen zu überlisten.

Die Ausstellung passt wunderbar in das aktuelle europäische Märchenjahr. Sie nimmt an zahlreichen Stellen Bezug auf die Gebrüder Grimm, deren Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“ bereits vor 200 Jahren erschien und einen wichtigen Meilenstein in der deutschen Literaturgeschichte setzte. Einige Märchen kann man sich anhören, immer auf Deutsch – aber auch auf Türkisch, Russisch, Polnisch oder Italienisch. Überhaupt blickt die Ausstellung weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Zahlreiche Zwerge und andere kleine Wesen sind aus fremden Ländern zu Gast: Solche, die es tatsächlich gibt, wie den „Bebe Ruhi“ aus der Türkei, Trolle aus Skandinavien und zahlreiche andere aus allen Teilen Europas. Zusätzlich erhalten die Besucher vielseitige Einblicke in Phantasiewelten wie Tolkiens „Herr der Ringe“ oder Terry Pratchetts „Scheibenwelten“.

Mit der Ausstellung wird nicht nur ein interessantes Thema so aufbereitet, dass es Groß und Klein fasziniert, sondern auch das Ziel verfolgt, Ebenen der Unterhaltung und der kritischen Reflexion miteinander zu verbinden, indem wichtige und für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft relevante Themen anhand der bunten Welt von Märchen, Sagen und deren Umfeld dargestellt werden. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, inwiefern die betreffenden Geschichten und Erzählungen in ihrem Kontext kulturell verwurzelt sind. So fließen Lebenswelten und Erfahrungen von Migrantinnen und Migranten und deren Kinder mit ein. Daher leistet die Ausstellung auch einen interkulturellen Beitrag und setzt sich mit der kulturellen Verständigung ihrer Besucher aus verschiedenen Herkunftsländern auseinander. Insbesondere für jüngere Kinder mit Migrationshintergrund bietet „Zwergenwelten“ die Möglichkeit bei gleichzeitiger Betrachtung die eigenen Wurzeln sozialisationsprägende Strukturen der Gesellschaft kennenzulernen, in der sie leben. Spezielle Angebote der Ausstellung, die sich an Erwachsene richten, ermöglichen es, diesen Prozess kritisch zu begleiten.

Parallel zur Ausstellung wird ein umfangreiches Programm angeboten. Es führt von Führungen über Märchen- und Bastelstunden sowie Puppentheater über Vorträge bis hin zu speziellen Angeboten für Schulklassen und Kindergärten.

Die feierliche Eröffnung, zu der alle Interessierten recht herzlich eingeladen sind, findet am Sonntag, 3. März, um 15 Uhr im Stadtmuseum Hagen statt. Es reden Dr. Tayfun Belgin, Leiter des Fachbereichs Kultur der Stadt Hagen, Thomas Huyeng, Beigeordneter der Stadt Hagen für Kultur, und Dietmar Freiesleben, Fachdienstleiter für Bildung und Vermittlung.

Die „Zwerge“ im Alter von drei bis sechs Jahren des Tanz- & Pilatescenter „MStage“ freuen sich darauf, die Gäste mit einem einstudierten Tanz zu begrüßen. Im Anschluss an die Eröffnung stehen die Tore zu den „Zwergenwelten“ allen Besuchern offen.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Projektteam für Familienausstellungen „Museumsratten“.

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